Der Sommer war bereits vorangeschritten. Die Meteorologen hatten noch ein paar lauschige Nächte vorhergesagt. So beschlossen einige meiner Freunde und ich, zum Zelten zu fahren. Es gab einen kleinen Zeltplatz am See, gleich bei uns um die Ecke. Wir hatten dort schon einige schöne Stunden verbracht und wollten auch dieses Mal das gute Wetter nutzen. Mit Sack und Pack, d.h. Zelt samt Zubehör, Campingkocher, Grill, Stühlen und noch vielen weiteren Utensilien (Sie wissen ja, was wir Frauen so alles brauchen 😉 ) machte sich unsere Gruppe auf den Weg. Der Betreiber auf dem Campingplatz kannte uns bereits und hatte für uns unseren Stammplatz reserviert. Die Männer durften die Zelte aufschlagen, während wir Frauen uns auf die Suche nach Brennholz für unser Lagerfeuer machten.

    Lagerfeuer
    Lagerfeuer

    Auch Anna und Marcel waren dabei. Ich hatte die beiden auf einem Gitarrentreff kennengelernt.  Seither stehen wir in regem Kontakt und sehen uns immer mal wieder. Besonders von Marcel profotieren meine Gitarrenkünste. Er zeigt mir den ein oder anderen Kniff, den ich noch nicht beherrsche. Ich freute mich riesig, dass die beiden gekommen waren. Am abendlichen Lagerfeuer würden wir wieder gemeinsam in die Saiten hauen und auch die anderen begeistern.

    Als unser Lager hergerichtet war, hatten wir noch etwas Zeit. Wir schnappten uns unsere Badesachen und gingen zum See. Die Herren der Schöpfung mussten mal wieder den „Gockel“ markieren. Sie stürtzen sich ins kühle Nass und begannen vor unseren Augen ein Wettschwimmen. Da wir Damen Sie nicht entmutigen wollten, feuerten wir sie kräftig an. Wir jubelten und jauchzten ihnen zu. Das ließ Sie die Arme beim Kraulen noch schneller in das Wasser schlagen. Jan erreichte das Ufer als Erster. Dicht gefolgt von Michael und Marcel. Bei den beiden hätte nur ein Foto-Finish den Gewinner des 2. Platzes ausmachen können. Somit entschieden wir alle gemeinsam, dass sich die beiden die Silber-Position teilten. Auf diese Weise gab es keinen Verlierer. Der weibliche Part unserer Truppe steckte nur kurz die Zehen ins Wasser und besann sich sonst auf den angenehmen Teil, das Sonnen.

    Nachdem wir alle die Nase voll hatten und sich so langsam ein Hungergefühl in unserer Magengegend breit machte, gingen wir zu den Zelten zurück.

    Feuer machen mit Holz und Stein
    Feuer machen mit Holz und Stein

     

    Dort angekommen wett-eiferten die Männer darum, mit Stock und Stein Feuer zu machen.

    Als es ihnen gelungen war, konnten wir endlich an die Zubereitung des Abendessens denken.

     

     

     

    Grillgemuese
    Grillgemüse

     

    Für mich als Vegetarierin gab es Gemüse (Zucchini, Champignons und Tomaten) vom Grill und dazu leckeren Grillkäse.

     

     

    Die Grillkäse-Päckchen sind bei uns immer als erstes vergriffen. Daher musste ich mir meinen Anteil frühzeitig sichern. Wenn Ihr sie auch einmal nachmachen wollt, so geht’s:

    • Fetakäse würfeln oder bereits in Öl eingelegte Fetawürfel kaufen
    • je Päckchen ein ca. 15 x 15 cm Stück Alufolie zurechtlegen
    • auf die Alufolie jeweils einige Käsewürfel, Zwiebel, Tomaten, Peperoni, Oliven (je nach Belieben) geben
    • alles kräftig mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen
    • mit Kräutern bestreuen und mit Öl beträufeln
    • Alu-Folie zu einem Päckchen verschließen und auf den Grill packen
    • immer mal wieder in die Päckchen lugen – wenn das Öl brodelt und die Zwiebeln glasig schimmern, ist alles gar und kann verzehrt werden

     

    Grillwurst
    Grillwurst

     

    Bei den Herren ging es nicht ohne Fleisch: Bratwürste, deftige Rostbrätel und Gehacktesklopse mussten es sein. Zudem gab es noch aufgespießte Grillwürstchen am Lagerfeuer. Ich hielt mich stattdessen eher an das Stockbrot. Welch ein Genuss!

     

     

     

    Als wir alle gesättigt waren und alles soweit wieder in Ordnung gebracht hatten, holten die Musiker unter uns ihre Instrumente hervor. Es gab mehrere Gitarren. Der Schlagzeuger aus Marcel’s Band, der ebenfalls mitgekommen war, gab uns den Takt auf seiner Cajón (= Kistentrommel) vor und wir anderen stimmten ein. Es waren die altbekannten Lagerfeuer-Lieder. „Country Roads“, „Mrs. Robinson“, aber auch deutsche Songs wie „Alt wie ein Baum“, „Welche Farbe hat die Welt“ oder auch „Sonne in der Nacht“ trällerten wir vor uns hin. Es war so schön. Während die einen Ihre Instrumente spielten, klatschten die anderen oder stampften mit dem Fuß. Wir alle sangen gemeinsam. Nicht immer die korrekten Töne. Aber darauf kam es ja auch nicht an.

    Sternenhimmel
    Sternenhimmel

    Als die Nacht hereinbrach und der Uhrzeiger die 22 Uhr-Marke passierte, mussten wir unsere musikalischen Ambitionen einstellen. Wir durften die „heilige“ Nachtruhe der anderen Besucher auf dem Campingplatz nicht stören. Wir legten Gitarren und Cajón beiseite.

    Unser Blick schweifte gen Himmel und wir begannen über die Sternbilder zu philosophieren. Hin und wieder kam eine Raumsonde am Himmel vorbei. „Die ISS“, riefen wir dann begeistert und überlegten, wie es wäre, einmal selbst im Weltraum zu sein. Es war eine dieser Nächte, in der es auch zahlreiche Sternschnuppen zu sehen geben sollte. Ich hatte mir bereits im Vorfeld meine Wünsche zurechtgelegt und hoffte, dass es genug herabfallende Sterne für all meine Träume gab. Dazu gehörten u.a. später einmal auf einer Ranch zu leben und eine berühmte Musikerin zu werden. Einige Sternschnuppen später, als die Wunschlisten aller abgearbeitet waren, schlüpften wir dann in unsere Schlafsäcke. Nach einem solchen Tag in der freien Natur und Unmengen frischer Luft schliefen wir alle erholt ein.

    Feuerstelle mit Kaffeetopf
    Feuerstelle mit Kaffeetopf

    Am nächsten Morgen wurden wir von dem Zwitschern der Vögel geweckt. Ich traute mich kaum mehr als meine Nase aus dem Schlafsack herauszustrecken. Der Morgentau und die kühle Luft luden nicht gerade zum Aufstehen ein. Doch dann drang frischer Kaffee-Duft durch den Zelteingang. Anna, unsere Lerche (= Frühaufsteherin), hatte bereits voller Elan Kaffee für alle gekocht. „Heraus aus den Federn! Die Sonne scheint hell!“, rief sie in jedes der Zelte und holte so auch den letzten Morgenmuffel aus seinem „Bett“.

    Nach dem Frühstück sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Die „Schlitzaugen“ öffneten sich langsam und auch die Gespräche wurden reger.

    Auch heute zog es uns noch einmal an den See. Wir alle hatten Sensucht nach Meer. Für’s Erste reichte uns aber das geschlossene Binnengewässer. Hauptsache Wasser. Es war ein herrlicher Tag mit viel Sonnenschein, den wir bis auf’s Letzte gemeinsam genossen.

    Am Nachmittag hieß es dann auch schon wieder alles zusammenzupacken und die Heimreise anzutreten.

    In einem waren wir uns aber alle sicher: Das sollte nicht unser letztes Zelt-Abenteuer gewesen sein. „Und beim nächsten Mal fahren wir zum Zelten ans Meer!“

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