Vor einer Wocher erhielt ich die Chance an einem Gitarrentreff teilzunehmen. Wie Ihr bereits wisst, liebe Leser meines Blogs, ist das Gitarre spielen meine Leidenschaft. Alles begann mit ein paar selbstbeigebrachten Griffen auf der Akustikgitarre. Durch meinen täglichen Fleiß und viele Stunden mühsamen Übens spiele ich mittlerweile auch bekannte Rock- und Popsongs. Ich kann mich also auf so einem Event sehen lassen, ohne mich schämen zu müssen.

    Natürlich war ich bereits Wochen vor dem Reisantritt mega aufgeregt. Welche Menschen würde ich kennenlernen? Was für Musik würden wir gemeinsam zu Stande bringen? Und welche Kunstgriffe an der Gitarre würde ich wohl noch erlernen?

    Als ich zum Reiseantritt ins Auto stieg schlug mein Herz. Es ist immer ein merkwürdiges Gefühl im Bauch, wenn mann auf andere Menschen trifft. Besonders wenn du sie selbst noch nicht kennst. „Würden wir uns verstehen?“, ratterte es in meinem Kopf. Um mich während der zweistündigen Fahrt abzulenken, ging ich noch einmal alle Akkorde durch:

    Gitarre Akkorde
    Gitarre Akkorde

    C-Dur, D-Dur, G-Dur, F-Dur, B-Dur, … Ich war so vertieft in Gedanken, dass ich gar nicht bemerkte, wie gut ich vorankam. Ich erreichte pünktlich den Treffpunkt. Der Veranstalter hatte  einen Saal in einer Jugendherberge gemietet. Auch die ersten Mit-Gitarristen standen bereits vor der Tür. Ich wurde freundlich in der Runde aufgenommen und über mein Können befragt. Natürlich wollte die Meute auch einen musikalischen Beweis. „Erzählen kannst du uns doch viel, wenn der Tag lang ist“, dröhnte es aus der Menge. „Na wartet!“, dachte ich mir. Ich schnappte mir meine Gitarrentasche und noch eh mein Gepäck verstaut und das Zimmer für die Nacht bezogen war, erklangen die ersten Töne. Da hielten die anderen nicht lange still und stimmten sofort mit ein. Ein guter und gelungener Start. Jetzt wusste ich, dass ein unvergessliches Abenteuer beginnt.

    Nach dem Abendessen trafen wir uns alle im Gemeinschaftsraum. Wir wollten dort weitermachen, wo wir kurz zuvor von der Leiterin des Gitarrentreffs unterbrochen wurden. Sie begrüßte uns noch einmal alle freundlich und gab uns einen kurzen Überblick darüber, was uns an diesem Wochenende erwartete. Den Programmablauf hatte Sie mit einem Tageslichtprojektor an die Wand geworfen. So konnte ihn jeder sehen und war im Bilde. Allen von uns zappelten bereits die Finger und wir wollten einfach nur loslegen. Der ein oder andere klopfte nervös auf den Gitarrenkörper. Die dumpfen Schlägen waren für die Organisatorin ein Zeichen und so legte Sie den Text + Akkorde für den ersten gemeinsamen Song auf. Der Tageslichtprojektor warf ihn an die Wand. Es war „Knocking on heavens door“. Hier beherrschte ich nicht nur die Griffe, sondern auch den Text. Einer meiner absoluten Lieblingssongs. Auch den anderen gefiel die Auswahl.

    Wir spielten Lied für Lied. Und auch wenn es einmal holperte, unterstützten wir uns gegenseitig. So kam jeder ungehindert mit. Wir alle hatten unseren Spaß. Dabei merkten wir gar nicht, wie der Tageslichtprojektor heiß lief. Hatten wir wirklich schon so lange gespielt? Es war bereits düstere Nacht. Also hieß es für uns schlafen gehen. Den nächsten Morgen konnte ich kaum erwarten.

    Gestärkt von einem ausgiebigen Frühstück trafen wir uns alle wie vereinbart zur zweiten Jam-Session. Wir wussten ja alle bereits, was jeder von uns so drauf hatte. Mein heutiger Favorit war „What’s up“ von den 4 Non Blondes. Als der Text vom Tageslichtprojektor an die Wand geworfen wurde, sprang mein Herz vor Freude.

    Neben der Musik und tollen neuen Songs lernte ich auch Anna und Marcel kennen. Mit den beiden hing ich auch während der Pausen ab. Außerdem konnte ich mir von Marcel noch einige wertvolle Tipps holen. Er spielte schon längere Zeit in einer Band und hatte mehr Erfahrung vorzuweisen.

    Glücklich und zufrieden fiel ich auch an diesem Abend ins Bett.

    Am nächsten Tag sollte dann auch schon wieder alles vorbei sein. Warum zieht die Zeit nur so schnell vorüber, wenn man glücklich ist. Wie sagte schon Goethes Faust? „Augenblick. Verweile doch! Du bist so schön!“.

    Anna, Marcel und ich tauschten noch unsere Handynummern. Wir wollten auch zukünftig in Kontakt bleiben und es sollte nicht unser letztes Gitarrentreffen gewesen sein.

    Ich trat nach der Verabschiedung wehmütig meine Heimreise an. Diese Veranstaltung würde mir in guter Erinnerung bleiben. Ich nahm mir fest vor, den Gitarrentreff auch meinen Freunden zu empfehlen.

    Sicher daheim angekommen, stürmte ich sofort zu meinem Dad. Ich erzählte ihm sofort von all den beeindruckenden Erlebnissen.

    Gitarre in der Natur
    Gitarre in der Natur

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.