Wer ist ein guter Autofahrer? Oder besser: Was macht einen guten Autofahrer aus? Ich selbst schätze meine Fahrkünste nicht als allzu überragend ein. Aber sie sind zumindest ganz solide. Es reicht in jedem Fall, um von A nach B zu kommen. Durch Stadt und Land zu cruisen. Dabei das Gefühl von Freiheit zu genießen.

    Und in welchem Fahrzeug lässt man sich lieber den Fahrtwind durch die Haare wehen als in einem Ford 78/79 Bronco?!

    Ford Bronco
    Ford Bronco

    Natürlich ist der Offroader eher etwas für Wald und Feld und weniger für die Stadt geeignet. Aber ich habe es auch hier schon mit der ein oder anderen Bordsteinkante aufgenommen. Mein Ford und ich, wir waren jedes Mal stärker ;o)

    Ein Auto dieser Art ist in Deutschland nicht ganz alltäglich. Der Bronco stammt aus den Staaten. Ursprünglich aus Michigan. Sein Markenzeichen ist der Vierradantrieb und die Geländeuntersetzung.

    Mein bestes Stück habe ich von meinem Dad übernommen. Er hatte ihn vor ein paar Jahren aus den USA importiert und nutze ihn für die anstehenden Arbeiten im Wald. Als Förster muss man schließlich auch auf unwegsamen Gelände mobil bleiben. Als er dann in die Jahre kam und für den Forst ausgedient hatte, habe ich die Gelegenheit genutzt. So ist er in meinen Besitz übergegangen. Seither habe ich ihn in liebevoller Pflege. Ab und zu darf dann auch mein Vater noch einmal eine Runde damit drehen. Aber nur neben mir auf dem Beifahrersitz. (Hihi!)

    Da es im Gelände nun einmal matschig ist, stand an diesem Wochenende nach dem Umhertouren auch noch das Putzen an. Ich wollte meinen Bronco ja noch ein paar Jahre fahren. Daher kam ich um die Reinigung nicht umhin. Zuerst wurden mit dem Kärcher vorsichtig die groben Schmutzansammlungen abgespült. Anschließend schäumte ich den Bronco mit kreisenden Bewegungen ein. Nach der Einwirkungszeit brauste ich den Schaum ab. Im Nachgang musste der Bronco noch eine Lage klares Wasser über sich ergehen lassen, bevor er in der Sonne trocknen durfte.

    Wassertropfen
    Wassertropfen

    Leider hinterlässt die Sonne unschöne Wasserflecken. Da mein Auto aber in vollem Glanz erstrahlen sollte, holte ich  meine Autopoliermaschine hervor. Ja, wer sein Fahrzeug wie ich liebt, der scheut auch nicht davor zurück, sonntags mit schwerem Gerät aufzufahren. Ich ließ die Polierscheibe vorsichtig über den Lack und das Chrom gleiten. Die hässlichen Wassertropfen verschwanden. Mein Bronco strahlte dafür Zentimeter um Zentimeter immer heller und glänzender.

    Nach getaner Arbeit bewunderte ich mein Werk. Mein Bronco sah aus wie neu. Er hätte frisch aus dem Werk sein können. Ihm fehlte nur noch die Schleife.

    Damit es von meiner Schwester nicht wieder hieß: „Außen hui, innen pfui!“, machte ich mich auch noch am Innenraum zu schaffen. Das Cockpit wurde von Staub befreit. Ich saugte den Fußraum und die Sitze. Sogar die Scheiben erhielten eine Runderneuerung, so dass die Sonne nun auch ins Wageninnere hindurchdringen konnte.

    Ich machte gedanklich den Vorher-Nachher-Vergleich und kam zur Erkenntnis, dass ich mich mit dem Wagen wieder auf der Straße sehen lassen konnte. Der grobe Schmutz war verschwunden und eines (in meinen Augen) der schönsten Autos kam zum Vorschein. Es war Liebe auf den ersten Blick und noch immer konnte ich das Kribbeln spüren. Seit Anfang an waren wir beide ein Herz und eine Seele.

    Der Bronco und ich hatten schon einiges zusammen erlebt. Wir sind durch Dünen am Strand gedüst. Haben die Räder das Meerwasser verdrängen lassen. Sind steinige Hänge hinauf- und hinabgefahren. Und wir haben Flüsse überquert. Als fahrbarer Untersatz ist mein Bronco der zuverlässigste Partner auf Erden. Wir beide würden uns nie im Stich lassen!

    Sollte ich es nicht schaffen, den Bronco bis zu seinem 25. Lebensjahr am Leben zu erhalten, um ihn dann als Oldtimer zulassen zu können, würde eine Welt für mich zusammenbrechen. Teilen wir beide doch so viele gemeinsame Erinnerungen. Von Reisen, endlosen Fahrten, gemeinsamer Zeit im Stau bei teils grausamer Musik aus dem Radio, wenn ich nicht selbst Gitarre spielte. Doch bei „Country Roads take me home“ und „Driving Home for Christmas“ wussten wir beide immer wohin uns unser Weg führt: nach Hause.

    Für den Fall, dass ich mich doch vom Ford 78/79 Bronco verabschieden muss, gibt es seit geraumer Zeit Hoffnung: Ford hat angekündigt 2020 den Ford Bronco in der 6. Generation auf den Markt zu bringen!

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