Weihnachtsbaum

    Weihnachten wird bei uns jedes Jahr traditionell gefeiert. In Familie. Mit Plätzchen und Geschenken. Und natürlich mit Weihnachtsbaum! Er darf als wichtigstes Element auf keinen Fall fehlen. Und damit es uns nicht ergeht wie Frank Schöbel in seinem Weihnachtslied „Alle Jahre wieder“ und wir die liebevoll gepackten Geschenke unter eine „Witzfigur“ legen müssen, machen sich mein Vater und ich frühzeitig auf den Weg, UNSEREN BAUM zu besorgen.

    Ein Glück, dass mein Vater Förster ist und den Wald wie seine Westentasche kennt. So ist uns jedes Jahr ein Prachtexemplar sicher.

    Auch in diesem Jahr wollten mein Vater und ich unseren Baum gemeinsam nach Hause holen. Wir hatten uns für das 2. Adventswochenende verabredet. In winterlicher Montur gekleidet, um der Kälte zu trotzen, machte ich mich zu ihm auf den Weg. Dabei kreisten meine Gedanken bereits um den Baum. „Was wird es wohl in diesem Jahr werden?“, fragte ich mich. „Eine einfache Fichte?“ „Eher nicht. Die nadelt doch immer so!“ „Doch lieber eine Blaufichte? Die ist etwas robuster und hält auch der Heizungswärme stand.“ „Eine Tanne, wie sie bei jeder Familie steht?“ „Oh wie gewöhnlich!“ „Ich wünschte mir eine Kiefer. Am besten eine Schwarzkiefer. Mit mindestens 3 Astgabeln. Wir brauchen ja auch Platz für den selbstgebastelten Weihnachtsschmuck aus Naturmaterialien!“ Noch ganz in Gedanken versunken, erreichte ich meinen Dad. Wir begrüßten uns freundlich und starteten in Richtung Wald. Aufgeregt wie ein kleines Kind (ja, Weihnachten lässt jeden von uns wieder zum Kind werden) sprang ich in den Pick up und fragte, wohin die Fahrt geht. Als hätte mein Vater meine Gedanken gelesen, sagt er: „In Richtung Kiefernwäldchen.“ 🙂 Meine Freude war groß. Ging doch bereits der erste Weihnachtswunsch in Erfüllung. Und das, obwohl noch gar nicht Heilig Abend war.

    Mit Axt und Säge bewaffnet, streiften wir durch den Wald.

    Winterwald
    Winterwald

    Schließlich wollten wir beide nicht nur irgendeinen Weihnachtsbaum. Nein, es musste der Perfekte sein. Und dafür braucht es seine Zeit.

    Während wir Meter für Meter voranschritten, raschelte es auf einmal und wir hörten ein Knacken. „Ein Reh!?“ sahen wir uns beide gegenseitig fragend an. Wir gingen darauf zu. Auf der Lichtung entdeckten wir einen Kollegen von meinem Dad. Er war dabei gefällte Baumstämme mit einem Pickup Kran auf die Ladefläche seines Transporters zu verladen. Gespannt schauten wir zu und kamen mit ihm etwas ins Gespräch. Das Holz wollte er als Brennholz für seinen Kamin benutzen. Der Pickup Kran war dabei eine wahre Arbeitserleichterung. Alleine hätte er die Stämme niemals auf das Fahrzeug heben können. Auf einmal entdeckte ich ein merkwürdig aussehendes Werkzeug. „Was ist denn das“, fragte ich. „Wozu benötigen Sie das?“. Ruhig und besonnen erklärte er mir, dass es sich um einen Fällheber handelt. Er wird dazu verwendet, dass der Baum beim Fällen in die dafür vorgesehene Richtung kippt. „Oh!“, staunte ich. „Dürfen wir uns den mal ausborgen?“ Ich zog meinem Vater am Ärmel. „Ich habe da hinten einen Baum gesehen. Ein etwas größeres Exemplar. Dafür könnte der Fällheber sicherlich nützlich sein und uns die Arbeit erleichtern.“ Als könnte mir mein alter Herr jemals einen Wunsch abschlagen. „Na gut. Dieses Jahr fällen wir unseren Weihnachtsbaum ganz professionell mit einem Fällheber.“ Wir stapften los. Das Beladen das Transporters mit dem Pickup Kran würde sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Diese sollte für uns ausreichen, um unseren Baum zu fällen und den Fällheber rechtzeitig zurückzubringen. Beim Baum angekommen, zeigte mir mein Vater, wie ich den Fällheber anzusetzen habe. Ein paar Schläge mit der Axt und wir konnten die erwählte Kiefer in Sack und Tüten packen. Naja, ganz so einfach war es am Ende doch nicht. Es war ja ein größeres Exemplar. Aus den 3 Astgabeln waren 5 geworden und die Zweige der Schwarzkiefer waren dick mit Nadeln besät. Wir baten Vaters Kollegen um Hilfe und er war so freundlich, unseren Baum mit seinem Pickupkran zusätzlich zu seinem Brennholz aufzuladen und uns nach Hause zu fahren. „Liegt ja auf dem Weg!“, lächelte er freundlich. Zum Dank würde er eine Dose von meinen selbstgebackenen Plätzchen erhalten.

    Pickup mit Weihnachtsbaum
    Pickup mit Weihnachtsbaum

    Weihnachten konnte kommen. Ich freute mich riesig auf das bevorstehende Fest und meine Augen strahlten. Das entging auch meinem Vater nicht. „Wirst du uns auch in diesem Jahr wieder mit einer musikalischen Einlage erfreuen?“ „Aber natürlich! Ich habe schon fleißig mit der Gitarre geprobt. Mehr wird aber noch nicht verraten! Sonst ist es ja keine Überraschung mehr!“, neckte ich. „Lass uns lieber überlegen, wie wir in diesem Jahr den Baum schmücken!“, forderte ich meinen Vater auf. Wir entschieden uns für Zimtstangen und Orangen mit Nelken gespickt, für den weihnachtlichen Duft. Dekorierte Tannenzapfen sollten ebenfalls nicht fehlen. Nur bei der Beleuchtung konnten wir uns nicht einigen. Echte Kerzen oder die elektrische Baumbeleuchtung aus dem Baumarkt standen zur Debatte. Die Kerzen waren mir lieber. Sie machten das Fest behaglicher und verbreiteten eine wohlige Atmosphäre. Trotz der Brandgefahr, die das Familienoberhaupt mahnend erwähnte, blieben sie mein Favorit. Um einem Streit aus dem Weg zu gehen, wechselte mein Vater das Thema: „Wo wir einmal unter uns sind. Was schenken wir deiner Schwester zu Weihnachten?“ Das war eine gute Frage und ich hatte bisher noch nicht darüber nachgedacht. „Ich habe vor kurzem eine Annonce für ein sehr schönes Wellnesshotel entdeckt.“ „Klingt super! Etwas Erholung würde ihr sicher gut tun.“ Es war beschlossene Sache und gleich am nächsten Tag buchte ich ein verlängertes Wochenende.

    Hoffentlich würde es auch mit all den anderen Weihnachtsvorbereitungen so entspannt weitergehen. Da bis Weihnachten noch einige Tage verstreichen, ist bis dahin dann sicherlich auch das Thema Beleuchtung geklärt 😉

     

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    Kochabend

    An diesem Wochenende wollten meine Freunde und ich mal nicht um die Häuser und durch die Clubs ziehen. „Auf Dauer ist das immer das Gleiche“, jammerte Jan. Also entschieden wir uns alle dafür, gemeinsam Pasta zu kochen. „Die Küche in Nicoles Wohnung ist die Größte.“ Somit stand fest, wo das gemeinschaftliche abendliche Dinner stattfinden sollte.

    Ich steuerte das Nudelrezept bei:

    Omas hausgemachte Eiernudeln

    Selbstgemachte Pasta
    Selbstgemachte Pasta

    Zutaten für 4 Personen:

    • 350g Mehl*
    • 3 Eier
    • Wasser
    • Salz

    Zubereitung:

    Mehl, Eier und Salz in eine Schüssel geben und vermengen. Wenn der Teig zu trocken ist, noch etwas Wasser hinzugeben. Ist er zu weich und klebrig, dann hilft noch ein wenig Mehl. Nun heißt es: Kneten, kneten, kneten. Solange bis ein glatter und fester Teig entstanden ist, der nicht mehr an den Händen kleben bleibt. Den Teig mit Folie abdecken und eine halbe Stunde ruhen lassen. Anschließend leicht mit Mehl bestäuben und ausrollen. Die Nudeln in die gewünschte Form schneiden. Nach dem Schneiden müssen die Nudeln noch etwa 30 Minuten trocknen. In dieser Zeit sollte man Sie mehrfach wenden und nochmals mit Mehl bestäuben. Anschließend gibt man sie für 3-4 Minuten in kochendes Salzwasser bis sie „al dente“ und noch bissfest sind. Die Nudeln in einem Sieb gut abtropfen lassen. Sie können je nach belieben mit Pesto, Tomatens0ße oder Bolognese serviert werden. Parmesan nicht vergessen! BON APPETIT!

    *Übrigens: Wenn man anstelle von Weizenmehl, ein Roggen- oder Vollkornmehl verwendet, sind die Nudeln nochmal um einiges gesünder und mindestens genauso schmackhaft.

     

    Die anderen kümmerten sich um Anti-Pasti, Basilikum, Tomaten, Pinienkerne und frisches Olivenöl. Auch ein guter italienischer Rotwein durfte nicht fehlen. Schließlich gehört sich das ja so für einen ITALIENISCHEN ABEND.

    Tomaten und Basilikum
    Tomaten und Basilikum

    Rachel kam mit einer kleinen Wundermaschine. Ich hatte zuvor nicht bedacht, wie aufwendig das Schneiden per Hand werden würde, und auch nicht, wie viel Zeit das in Anspruch nimmt. Aber wofür hat man Rachel! Als Sie mit der Pastamaschine unter dem Arm Nicoles Küche betrat, fiel uns ein Stein vom Herzen. Doch keine Handarbeit! Wir konnten mit der Pastamaschine den Teig dünn auswalzen und in die entsprechende Nudelform schneiden. So waren wir ruckzuck mit den Vorbereitungen fertig.

    Die 30 Minuten Wartezeit zum Trocknen der Nudeln nutzen wir sinnvoll. Stolz auf unsere Arbeit erhoben wir unsere Rotweingläser und prosteten uns zu. Währenddessen genossen wir bereits die ersten Anti-Pasti. Ich liebe ja das Grillgemüse mit in Ölivenöl eingetauchtem Baguette. Davon kann ich nie genug bekommen. Ein bisschen Platz musste ich aber dennoch in meinem Bauch für Hauptgericht und Dessert frei lassen.

    Langsam aber sicher lief uns allen das Wasser im Munde zusammen. Die Soße brodelte im Topf auf dem Herd. Auch die Nudeln kochten im Salzwasser vor sich hin. Der Tisch war bereits gedeckt. Es handelte sich nur noch um Minuten, bis wir das Leibgericht unserer südlichen Nachbarn genießen durften.

    Bei einem weiteren Glas Rotwein aßen wir das von uns eigens zubereitete Gericht. Wir schlemmten wie Gott in Frankreich. Oh nein, wohl eher wie Gott in Rom und fühlten uns dabei selbst ein wenig südländisch.

    Michael hatte zum Nachtisch eine Panna cotta mit Himbeersoße vorbereitet. Alle, die von den Nudeln noch nicht gesättigt waren, griffen auch hier zu und leckten sich die Finger.

    Mit unseren dick vollgefressenen Bäuchen fielen wir alle gemeinsam auf die Couch von Nicole. Dabei beschlossen wir einstimmig: „Nächste Woche geht es wieder Tanzen! Die Kalorien wollen verbrannt werden.“

    Für den heutigen Abend konnten wir uns jedoch zu keinen großartigen Bewegungen mehr hinreißen. So gemütlich wie wir alle auf der Couch saßen, ließen wir die Küche als Schlachtfeld zurück und den Abwasch Abwasch sein. Ich holte stattdessen lieber meine Gitarre hervor und stimmte „Se bastasse una canzone“ von Eros Ramazzotti an. Das Lied hatte ich speziell für diesen Abend einstudiert.

    Ich kam nicht ganz an das Original heran, aber das machte nichts. Die anderen grölten lauthals mit. Wir lagen uns in den Armen und wollten, dass der Abend nie vergeht.

     

    Neue Arbeitszeiten

    Oh Mann! Dieser Schlag hat mich hart getroffen. Ich bin eigentlich ein Morgenmuffel und nun das: „Frau Gärtner, ab diesen Monat beginnt Ihre Arbeitszeit bereits um 6.30 Uhr.“ Puff! Mitten ins Gesicht. Anweisung vom Chef.

    Wecker
    Wecker

    Es gibt jetzt jeden Morgen eine Vorbesprechung für den Tag bevor das Tagesgeschäft startet. Aber 6.30 Uhr! Oh Mann! Das bedeutet für mich noch früher aufzustehen. Und das, wo ich doch so gern liegenbleibe. Mich noch einmal in die Decke kuschele. Die wichtigste Funktion an meinem Wecker: Snooze. Aber bei 6.30 Uhr ist keine Zeit mehr zum Snoozen. Das heißt aufstehen auf den letzten Drücker und Stress am Morgen.

    Wie kann ich mich da bloß motivieren und mein Zeitmanagement noch etwas verbessern? Wo lässt sich in meinen morgentlichen Abläufen noch ein wenig Zeit einsparen? Zeit die ich nutzen kann, um noch etwas länger zu schlafen.

    Na klar! Ein hoch auf die technischen Entwicklungen. Kaffeemaschinen starten neuerdings von selbst und kochen den Kaffee im Schlaf. So ein Gerät brauche ich auch. Frühmorgens aufstehen und der Kaffee ist fertig.

    Also bin ich gleich bei Amazon auf die Suche gegangen. Nach dem Studieren einiger Kundenbewertungen und einem ausgiebigen Preis-Leistungsvergleich, hatte ich mein Modell gefunden. Ich habe mir eine Kaffeemaschine mit Timer gekauft. Glücklicherweise hatte ich noch einen Geschenkgutschein vom Geburtstag. Den habe ich an dieser Stelle gut investiert. Ich habe Prime. Aus meiner Sicht unbezahlbar. Und schwups! Am nächsten Tag stand sie vor mir: meine neue Kaffeemaschine. Der heilige Gral meiner Küche.

    Voller Vorfreude packte ich meinen persönlichen Helfer für den Morgen aus. Ich konnte förmlich schon den Geruch von frischem Kaffee wahrnehmen. Der Aufbau war kinderleicht. Nach 2-3 Reinigungsdurchläufen und dem Befüllen mit Kaffee und Wasser war die Maschine startklar. Da ich kein Risiko eingehen wollte, machte ich einen Testlauf. Ich studierte die im schlechten Deutsch verfasste Bedienungsanleitung. Drückte ein Knöpfchen hier und ein Knöpfchen da. Es erschien eine Zeitanzeige. Nun nur noch das Knöpfchen mit der Kaffeetasse drücken und gespannt abwarten was passiert. Es tat sich erst einmal nichts. Ich musste die vorprogrammierte Zeit abwarten. Und dann. Nach 10 Minuten. Endlich! Das Gerät begann zu rauschen. Das Wasser kochte und der Kaffee füllte Tropfen für Tropfen die Kanne. Es roch fantastisch. Meine Augen strahlten. Ich hatte eine gute Investition getätigt, um mir meinen morgendlichen Alltag zu erleichtern.

    Nach dem Abendessen legte ich die Uhrzeit fest, zu der ich am nächsten Morgen meinen Kaffee trinken wollte. Entspannt fiel ich nach einem Film aus dem Abendprogramm in mein Bett. Der darauffolgende Tag konnte kommen.

     

    Kaffeetasse und Wecker
    Kaffeetasse und Wecker

     

    Zum Aufstehen wurde ich nicht von meinem Wecker,

    sondern von dem Duft aus der Küche von frisch gebrühtem Kaffee geweckt.

     

     

     

     

    Ich sprang aus dem Bett. Okay, das ist wohl eher eine Illusion. Ich setze ein Bein nach dem anderen auf die Bettkante und erhob mich langsam aus den Federn. Noch im Schlafanzug und Pantoffeln schlurfte ich mit verschlafenen Augen Richtung Kaffee. Nur er konnte mich dazu befähigen munter und fit in den Tag zu starten.

    „Du bist nicht du ohne Kaffee„, dachte ich und holte dabei meine Lieblingskaffeetasse aus dem Schrank. Sie hatte die Aufschrift: „Ohne Kaffee läuft hier nichts!“ Ja, auch die richtige Tasse ist wichtig. Denn Kaffee erreicht stellen, da kommt Motivation niemals hin.

    Mein Herz schlaegt Kaffee
    Mein Herz schlägt Kaffee

    Bereits nach 2 Tagen ist es nun zu meinem täglichen Ritual geworden: Abends die Kaffeemaschine für den nächsten Tag vorbereiten. Die Zeit einstellen. Schlafen. Aufwachen. Zur Kaffeemaschine pendeln. Die Kaffeetasse aus dem Schrank nehmen. Diese mit frisch gebrühtem heißen Kaffee befüllen. Einen Blick in die Tasse werfen. Genießen. Und gemütlichen ohne Stress in den Tag starten. Herz was willst du mehr! Und meinem Chef begegne ich freundlich mit einem Lächeln auf den Lippen. Wer hätte das gedacht, dass aus mir nochmal ein Morgenmensch wird! 6.30 Uhr – fuck off!

     

    Gitarrentreff

    Vor einer Wocher erhielt ich die Chance an einem Gitarrentreff teilzunehmen. Wie Ihr bereits wisst, liebe Leser meines Blogs, ist das Gitarre spielen meine Leidenschaft. Alles begann mit ein paar selbstbeigebrachten Griffen auf der Akustikgitarre. Durch meinen täglichen Fleiß und viele Stunden mühsamen Übens spiele ich mittlerweile auch bekannte Rock- und Popsongs. Ich kann mich also auf so einem Event sehen lassen, ohne mich schämen zu müssen.

    Natürlich war ich bereits Wochen vor dem Reisantritt mega aufgeregt. Welche Menschen würde ich kennenlernen? Was für Musik würden wir gemeinsam zu Stande bringen? Und welche Kunstgriffe an der Gitarre würde ich wohl noch erlernen?

    Als ich zum Reiseantritt ins Auto stieg schlug mein Herz. Es ist immer ein merkwürdiges Gefühl im Bauch, wenn mann auf andere Menschen trifft. Besonders wenn du sie selbst noch nicht kennst. „Würden wir uns verstehen?“, ratterte es in meinem Kopf. Um mich während der zweistündigen Fahrt abzulenken, ging ich noch einmal alle Akkorde durch:

    Gitarre Akkorde
    Gitarre Akkorde

    C-Dur, D-Dur, G-Dur, F-Dur, B-Dur, … Ich war so vertieft in Gedanken, dass ich gar nicht bemerkte, wie gut ich vorankam. Ich erreichte pünktlich den Treffpunkt. Der Veranstalter hatte  einen Saal in einer Jugendherberge gemietet. Auch die ersten Mit-Gitarristen standen bereits vor der Tür. Ich wurde freundlich in der Runde aufgenommen und über mein Können befragt. Natürlich wollte die Meute auch einen musikalischen Beweis. „Erzählen kannst du uns doch viel, wenn der Tag lang ist“, dröhnte es aus der Menge. „Na wartet!“, dachte ich mir. Ich schnappte mir meine Gitarrentasche und noch eh mein Gepäck verstaut und das Zimmer für die Nacht bezogen war, erklangen die ersten Töne. Da hielten die anderen nicht lange still und stimmten sofort mit ein. Ein guter und gelungener Start. Jetzt wusste ich, dass ein unvergessliches Abenteuer beginnt.

    Nach dem Abendessen trafen wir uns alle im Gemeinschaftsraum. Wir wollten dort weitermachen, wo wir kurz zuvor von der Leiterin des Gitarrentreffs unterbrochen wurden. Sie begrüßte uns noch einmal alle freundlich und gab uns einen kurzen Überblick darüber, was uns an diesem Wochenende erwartete. Den Programmablauf hatte Sie mit einem Tageslichtprojektor an die Wand geworfen. So konnte ihn jeder sehen und war im Bilde. Allen von uns zappelten bereits die Finger und wir wollten einfach nur loslegen. Der ein oder andere klopfte nervös auf den Gitarrenkörper. Die dumpfen Schlägen waren für die Organisatorin ein Zeichen und so legte Sie den Text + Akkorde für den ersten gemeinsamen Song auf. Der Tageslichtprojektor warf ihn an die Wand. Es war „Knocking on heavens door“. Hier beherrschte ich nicht nur die Griffe, sondern auch den Text. Einer meiner absoluten Lieblingssongs. Auch den anderen gefiel die Auswahl.

    Wir spielten Lied für Lied. Und auch wenn es einmal holperte, unterstützten wir uns gegenseitig. So kam jeder ungehindert mit. Wir alle hatten unseren Spaß. Dabei merkten wir gar nicht, wie der Tageslichtprojektor heiß lief. Hatten wir wirklich schon so lange gespielt? Es war bereits düstere Nacht. Also hieß es für uns schlafen gehen. Den nächsten Morgen konnte ich kaum erwarten.

    Gestärkt von einem ausgiebigen Frühstück trafen wir uns alle wie vereinbart zur zweiten Jam-Session. Wir wussten ja alle bereits, was jeder von uns so drauf hatte. Mein heutiger Favorit war „What’s up“ von den 4 Non Blondes. Als der Text vom Tageslichtprojektor an die Wand geworfen wurde, sprang mein Herz vor Freude.

    Neben der Musik und tollen neuen Songs lernte ich auch Anna und Marcel kennen. Mit den beiden hing ich auch während der Pausen ab. Außerdem konnte ich mir von Marcel noch einige wertvolle Tipps holen. Er spielte schon längere Zeit in einer Band und hatte mehr Erfahrung vorzuweisen.

    Glücklich und zufrieden fiel ich auch an diesem Abend ins Bett.

    Am nächsten Tag sollte dann auch schon wieder alles vorbei sein. Warum zieht die Zeit nur so schnell vorüber, wenn man glücklich ist. Wie sagte schon Goethes Faust? „Augenblick. Verweile doch! Du bist so schön!“.

    Anna, Marcel und ich tauschten noch unsere Handynummern. Wir wollten auch zukünftig in Kontakt bleiben und es sollte nicht unser letztes Gitarrentreffen gewesen sein.

    Ich trat nach der Verabschiedung wehmütig meine Heimreise an. Diese Veranstaltung würde mir in guter Erinnerung bleiben. Ich nahm mir fest vor, den Gitarrentreff auch meinen Freunden zu empfehlen.

    Sicher daheim angekommen, stürmte ich sofort zu meinem Dad. Ich erzählte ihm sofort von all den beeindruckenden Erlebnissen.

    Gitarre in der Natur
    Gitarre in der Natur