Wanderung

    Eigentlich bin ich gern in der Natur unterwegs. Allerdings fehlt mir meistens dazu die Zeit. Job und meine Hobbies (die Musik und der Ford 78/79 Bronco) nehmen zu 90 Prozent meinen Tag ein. Ich freue mich dann jedes Mal, wenn mein Vater fragt: „Willst du mit mir in den Wald kommen?“. Das lasse ich mir nicht zweimal sagen. Natürlich nutze ich die Chance an die frische Luft zu kommen und Zeit mit meinem Dad zu verbringen. Alles andere ließ ich für diesen Moment liegen. Es gibt wichtigere Dinge!

    An diesem Samstag entschieden wir uns, eine längere Wanderung zu machen. Als verantwortlicher Förster war mein Vater in seinem Revier auch für die Wege verantwortlich. Diese mussten von Zeit zu Zeit abgegangen werden und kontrolliert werden. Wir hatten unsere Marsch-Route festgelegt und den Proviant eingepackt. Es konnte also losgehen.

    Bank mit Aussicht
    Bank mit Aussicht

    Zuerst folgte ein Anstieg. Wir mussten als erstes aus der Stadt in den Wald und auf die Berge kommen. Als wir den Gipfel erreicht hatten, musste ich bereits schnaufen und tief Luft holen. Aber schon allein für den Ausblick hatte es sich gelohnt, mitzukommen. Noch beim ersten Atemzug sagte ich mir innerlich: „Du musst wieder mehr Sport machen!“ Eine Freundin hatte mir angeboten, mit mir einen Yoga-Kurs zu besuchen. Das wollte ich als nächstes in Angriff nehmen. Heute hieß es aber erst einmal, die Schönheit der Natur zu genießen.

    Es war ein schöner Tag. Die Sonne stand am leichtbewölkten Himmel, der hellblau durch die leichten Wolken lugte. Es war also nicht zu heiß, aber es regnete auch nicht. Einfach perfekt für unsere Tour.

    Die Ruhe imWald war und ist einmalig. Fern ab von dem Trubel in der Stadt. Weit weg von Verkehr, Technik, Menschen und Stress. Ich hatte Gelegenheit die Ereignisse der letzten Woche an mir vorbeiziehen zu lassen und „runterzufahren“ (wie man so schön sagt). Ich stand mit beiden Beinen fest auf dem Boden und fühlte mich „geerdet“. Ein unbeschreibliches Gefühl. Wie stark uns doch die Natur macht! Ich tankte frische Energie für die neue Woche.

    Reh-Familie
    Reh-Familie

    Ich ging in mich und versuchte während des Gehens etwas zu meditieren. Dabei bemerkte ich erst gar nicht, wie eine Reh-Familie vor uns den Weg passierte. Erst mein Vater, der die ganze Zeit schweigend neben mir herlief, um mich nicht zu stören, machte mich auf die Waldtiere aufmerksam. Zum Glück hatte ich meine Kamera dabei. Die ich beim Anblick der Rehe sofort zückte, um ein paar gute Bilder zu erlangen. „Es ist eine Mutter mit ihren Kitzen“, erklärte mein Vater. Doch ich hörte nicht zu. War ich doch zu sehr damit beschäftigt, gute Bilder zu schießen. Mein Vater und ich verhielten sich ganz still, damit die Rehe nicht verschreckt wurden. Das gab mir genügend Zeit, die Tiere mit der Kamera aufzunehmen. Das würde mit Sicherheit ein paar schöne Bilder ergeben, die ich für die Gestaltung eines Kalenders, den ich meinem Vater schenken wollte, verwenden könnte.

    Es war uns eine Freude, zu sehen, wie liebevoll die Reh-Mama mit ihren Kindern umging. Mein Vater konnte nicht anders und nahm seine Tochter in den Arm. Ein schönes und inniges Gefühl durchfloss meinen Körper. Es waren genau diese Momente, wofür ich mein Leben liebte. Schade, dass sie so selten waren. Dafür genoss ich jede Sekunde umso mehr.

    Irgendwann hatte die Rehe dann doch genug und machten sich aus dem Staub.

    Mein Dad und ich gingen noch ein paar Schritte, bis wir zu unserem Rastpunkt kamen. Es war eine kleine Finnhütte mit einer Bank davor. Wir nahmen Platz und breiteten unsere Speisen auf einem kleinen karierten Tischtuch aus. Wir hatten an alles gedacht: frische Bäckerbrötchen, duftende Knackwürste aus der Fleischerei unseres Vertrauens und gekochte Eier von glücklichen Hühnern. Die frische Luft hatte uns hungrig gemacht. Unseren Durst löschten wir mit einem Radler.

    Unser Blick schweifte in die Umgebung und wir kosteten diesen wunderbaren Moment aus.

    Bluetenpracht am Wegesrand
    Bluetenpracht am Wegesrand

    Dann appellierte mein Vater: „Auf, auf! Wir haben noch ein Stückchen Weg vor uns.“ Ich packte die Sachen zurück in den Rucksack. Machte noch ein Foto von uns beiden vor der Hütte zur Erinnerung und dann gingen wir weiter. Mein Dad machte sich hin und wieder Notizen, über den Zustand des Weges und notwendige Ausbesserungen. Ich hingegen sprang von links nach rechts und nahm mit der Nahaufnahme-Funktion meiner Kamera die Blütenpracht am Wegesrand auf. Ab und zu kam mir dabei auch ein Schmetterling oder anderes Insekt unter die Linse. Schon jetzt war ich auf das Ergebnis der Aufnahmen gespannt.

    An den Aussichtspunkten, an denen wir entlang kamen, fotografierte ich die Umgebung. Der Blick ins Land mit seinen unendlichen Weiten faszinierte mich immer wieder. Da das Wetter mitspielte, hatten wir eine gute Weitsicht.

    Ich war der glücklichste Mensch auf Erden!

    Leider war unsere Wanderung auch diesmal einfach wieder viel zu schnell vorbei. Es dämmerte bereits, als wir nach Hause kamen. Ich dankte meinen Vater für den schönen Tag und wir verabschiedeten uns bis zum nächsten Wiedersehen.

    Ich machte mich schleunigst zu mir auf den Weg. Schließlich wollte ich keine Zeit verlieren und mir umgehend die Bilder auf meiner Kamera anschauen. Auf diese Weise konnte ich den Tag und unsere Wanderung noch einmal Revue passieren lassen.

     

    Autoputztag

    Wer ist ein guter Autofahrer? Oder besser: Was macht einen guten Autofahrer aus? Ich selbst schätze meine Fahrkünste nicht als allzu überragend ein. Aber sie sind zumindest ganz solide. Es reicht in jedem Fall, um von A nach B zu kommen. Durch Stadt und Land zu cruisen. Dabei das Gefühl von Freiheit zu genießen.

    Und in welchem Fahrzeug lässt man sich lieber den Fahrtwind durch die Haare wehen als in einem Ford 78/79 Bronco?!

    Ford Bronco
    Ford Bronco

    Natürlich ist der Offroader eher etwas für Wald und Feld und weniger für die Stadt geeignet. Aber ich habe es auch hier schon mit der ein oder anderen Bordsteinkante aufgenommen. Mein Ford und ich, wir waren jedes Mal stärker ;o)

    Ein Auto dieser Art ist in Deutschland nicht ganz alltäglich. Der Bronco stammt aus den Staaten. Ursprünglich aus Michigan. Sein Markenzeichen ist der Vierradantrieb und die Geländeuntersetzung.

    Mein bestes Stück habe ich von meinem Dad übernommen. Er hatte ihn vor ein paar Jahren aus den USA importiert und nutze ihn für die anstehenden Arbeiten im Wald. Als Förster muss man schließlich auch auf unwegsamen Gelände mobil bleiben. Als er dann in die Jahre kam und für den Forst ausgedient hatte, habe ich die Gelegenheit genutzt. So ist er in meinen Besitz übergegangen. Seither habe ich ihn in liebevoller Pflege. Ab und zu darf dann auch mein Vater noch einmal eine Runde damit drehen. Aber nur neben mir auf dem Beifahrersitz. (Hihi!)

    Da es im Gelände nun einmal matschig ist, stand an diesem Wochenende nach dem Umhertouren auch noch das Putzen an. Ich wollte meinen Bronco ja noch ein paar Jahre fahren. Daher kam ich um die Reinigung nicht umhin. Zuerst wurden mit dem Kärcher vorsichtig die groben Schmutzansammlungen abgespült. Anschließend schäumte ich den Bronco mit kreisenden Bewegungen ein. Nach der Einwirkungszeit brauste ich den Schaum ab. Im Nachgang musste der Bronco noch eine Lage klares Wasser über sich ergehen lassen, bevor er in der Sonne trocknen durfte.

    Wassertropfen
    Wassertropfen

    Leider hinterlässt die Sonne unschöne Wasserflecken. Da mein Auto aber in vollem Glanz erstrahlen sollte, holte ich  meine Autopoliermaschine hervor. Ja, wer sein Fahrzeug wie ich liebt, der scheut auch nicht davor zurück, sonntags mit schwerem Gerät aufzufahren. Ich ließ die Polierscheibe vorsichtig über den Lack und das Chrom gleiten. Die hässlichen Wassertropfen verschwanden. Mein Bronco strahlte dafür Zentimeter um Zentimeter immer heller und glänzender.

    Nach getaner Arbeit bewunderte ich mein Werk. Mein Bronco sah aus wie neu. Er hätte frisch aus dem Werk sein können. Ihm fehlte nur noch die Schleife.

    Damit es von meiner Schwester nicht wieder hieß: „Außen hui, innen pfui!“, machte ich mich auch noch am Innenraum zu schaffen. Das Cockpit wurde von Staub befreit. Ich saugte den Fußraum und die Sitze. Sogar die Scheiben erhielten eine Runderneuerung, so dass die Sonne nun auch ins Wageninnere hindurchdringen konnte.

    Ich machte gedanklich den Vorher-Nachher-Vergleich und kam zur Erkenntnis, dass ich mich mit dem Wagen wieder auf der Straße sehen lassen konnte. Der grobe Schmutz war verschwunden und eines (in meinen Augen) der schönsten Autos kam zum Vorschein. Es war Liebe auf den ersten Blick und noch immer konnte ich das Kribbeln spüren. Seit Anfang an waren wir beide ein Herz und eine Seele.

    Der Bronco und ich hatten schon einiges zusammen erlebt. Wir sind durch Dünen am Strand gedüst. Haben die Räder das Meerwasser verdrängen lassen. Sind steinige Hänge hinauf- und hinabgefahren. Und wir haben Flüsse überquert. Als fahrbarer Untersatz ist mein Bronco der zuverlässigste Partner auf Erden. Wir beide würden uns nie im Stich lassen!

    Sollte ich es nicht schaffen, den Bronco bis zu seinem 25. Lebensjahr am Leben zu erhalten, um ihn dann als Oldtimer zulassen zu können, würde eine Welt für mich zusammenbrechen. Teilen wir beide doch so viele gemeinsame Erinnerungen. Von Reisen, endlosen Fahrten, gemeinsamer Zeit im Stau bei teils grausamer Musik aus dem Radio, wenn ich nicht selbst Gitarre spielte. Doch bei „Country Roads take me home“ und „Driving Home for Christmas“ wussten wir beide immer wohin uns unser Weg führt: nach Hause.

    Für den Fall, dass ich mich doch vom Ford 78/79 Bronco verabschieden muss, gibt es seit geraumer Zeit Hoffnung: Ford hat angekündigt 2020 den Ford Bronco in der 6. Generation auf den Markt zu bringen!

    Bauprojekt

    Do-it-yourself ist in Deutschland in aller Munde. Bei Pinterest findest du 1.000 Ideen zu noch mehr Themen. Handwerken, Heimwerken und Basteln sind in Deutschland als Hobby mehr gefragt denn je. Die meisten Deutschen sitzen tagsüber am Computer. Eine eher monotone Arbeit. Zum Ausgleich werkeln Sie daheim in den eigenen vier Wänden. Und das mit den eigenen Händen. Ich wollte es mir daher nicht nachsagen lassen, ein „Arbeitsverweigerer“ zu sein. Oder gar das Handwerk zu scheuen. Somit begann ich damit, darüber nachzudenken, welches Projekt ich selbst in die Tat umsetzen wollte. Beim Anblick meiner Schallplattensammlung und der unzähligen Stapel an Vinyl-Platten kam mir dann die Idee. Es sollte ein Schrank für meine Musikalben werden. So hätten Sie endlich den Platz, den Sie verdienten – und ich wieder ein wenig mehr Ordnung. Da ich noch nie zuvor selbst einen Schrank gebaut hatte (die Möbel in meiner Wohnung hatte bisher immer mein Vater aufgebaut) informierte ich mich als erstes im World Wide Web (Glasfaserkabel und LTE sei Dank) über mögliche Bauformen, Materialien und Ausführungen. Nach einiger Zeit der Recherche wurde ich dann fündig.

    Schallplatten Auswahl im Plattenladen
    Schallplatten Auswahl im Plattenladen

     

    Es sollte ein Regal wie im Plattenladen werden. Die Platten lagen dabei leicht angewinkelt in den Schaukästen und man konnte Sie nach Belieben durchstöbern. Dieses Feeling wollte auch ich mir nach Hause holen.

     

     

     

    Ich hatte mich gut auf mein Projekt vorbereitet. Die Bauanleitung inklusive Bild und Video-Dokumentation aus dem Internet lag parat. Die benötigten Holzplatten hatte ich mir bereits im Baumarkt auf Maß zurechtschneiden lassen. Sonst hätten Sie auch gar nicht in meinen Ford 78/79 Bronco gepasst. Und das obwohl die Ladefläche nicht gerade klein ist. Auch Farbe, Pinsel und Schleifpapier hatte ich mir besorgt. Das einzige Gerät, das mir noch fehlte, war eine Winkelbohrmaschine. Zum Glück wusste ich, dass meine Schwester so ein Teil besitzt. So musste ich weder die fehlende Baumaschine kaufen, noch für eine Gebühr leihen. Das gesparte Geld konnte ich besser in das Material oder eventuell noch in eine neue Schallplatte investieren.

    Mit dem Anzeichnen der Bauteile auf den Holzplatten begann mein Bauprojekt. Sorgfältig und gewissenhaft nahm ich Maß, zeichnete an, kontrollierte, besserte bei Bedarf aus, und versuchte die Fläche der Holzplatten ohne zu viel Verschnitt zu nutzen.

    Nun begann der schwierigere Teil. Das erste Arbeitsgerät kam zum Einsatz: Eine Handkreissäge. Ich hatte Sie von meinem Vater geborgt, der mich natürlich nicht ohne ausführliche Einweisung in sein „Baby“ hatte gehen lassen. „Ich krieg das schon hin“, sagte ich damals zu ihm und verschwand. Nun stand ich mit der Säge in der Hand da und es war mir doch etwas mulmig vor dem ersten Schnitt. „Hoffenlich rutsche ich nicht ab!“ waren die Worte in meinen Gedanken. „Es kann soviel passieren!“ „Keiner da, der dir im Notfall hilft!“ „Paah, ihr blöden Gedanken! Macht ihr doch, was ihr wollt. Ich säge jetzt!“, sprach ich mir Mut zu und ließ die Säge laufen. Kurze Zeit darauf hatte ich die Seitenwände, die Rückwand und die Regalbretter sowie die Trennstege vor mir liegen.

    Der erste Teil der Arbeit war geschafft. Nun musste nur noch alles montiert werden. …

    Bauprojekt Update

    Wer bereits meinen ersten Beitrag zu meinem neuen Schallplattenschrank gelesen hat, der hat sich bestimmt auch gefragt, wie es nach dem Sägen weiterging. Nunja, bis zum Montieren war es dann doch noch etwas hin. Ich fand die Holzoberfläche und vor allem die Kanten noch sehr rau. So wollte ich den Schrank nicht in mein Wohnzimmer stellen. Also musste ich alles erst einmal fachgerecht (so fachgerecht es für einen Laien und Anfänger im Bereich der Holzbearbeitung geht) abschleifen. Auf die Dauer war das sehr mühsam.

    Nachdem ich mir bereits meine zarten Hände am Schleifpapier aufgekratzt hatte, rief ich meine Schwester um Hilfe. Es dauerte keine halbe Stunde, da kam Sie mit einem Geradschleifer um die Ecke. „Den habe ich für mein letztes Heimwerker-Projekt benötigt.“, tönte sie. Ob das das richtige Gerät für mein Vorhaben war? Letztendlich hat der Geradschleifer vor allem an den schmalen Kanten sein Soll erfüllt. Diese waren nun „glatt wie ein Baby-Popo“.

    Endlich könnte es weitergehen. „Wenn du schon einmal da bist“, rief ich meiner Schwester zu, „dann mach dich doch auch gleich nützlich!“ „Die Löcher habe ich bereits vorgebohrt, aber ich brauche noch zwei weitere Hände, die die Teile festhalten, während ich sie zusammenschraube.“ Hilfsbereit wie sie war, gab meine Schwester den Handlanger. Ich befestigte als erstes die Seitenwände an der Rückwand. Anschließend waren die Böden an der Reihe. Zum Schluß wurden Trennstege und Zierleisten montiert. Und mit einem Mal stand es in Rohform vor mir. Mein erstes eigens erbautes Regal. Ich war stolz wie Bolle und Oskar zusammen. Wer hätte gedacht, welche verborgenen Talente in mir schlummern? Vielleicht sollte ich über eine Umschulung zum Zimmermann, Schreiner oder Tischler nachdenken?!

    Da aber noch nicht aller Tage Abend war, ging es mit dem Bauvorhaben „Schallplattenschrank“ weiter. Es fehlte ja noch die Farbe. So schön ich Holz in seiner natürlichen Färbung auch finde, umso weniger passt diese Farbe zu meiner Einrichtung. Meine Schwester und ich schnappten uns Pinsel und Farbe und begannen mit dem Anstrich. Braune Grundierung und darauf Weiß sollte es werden. Ich wollte eine Art Vintage-Look erzeugen. Das hatte ich vorher schon einmal bei Holzkisten ausprobiert. Die Technik sowie das Resultat hatten mich begeistert. „Nur noch trocknen lassen, dann kannst du das Regal verräumen.“, freute sich meine Schwester nach getaner Arbeit. Als Dank dafür, dass sie mir ihre Freizeit geopfert hatte, lud ich sie auf eine Tasse von ihrem Lieblingstee ein. Ich versprach ihr außerdem, dass ich mich bei ihrem nächsten Projekt erkenntlich zeigen würde. Und das ließ sicherlich nicht lange auf sich warten!

    Schallplatten-Stabel
    Schallplatten-Stabel

     

    Wir stellten noch gemeinsam das Regal an seinen dafür vorgesehenen Platz und ich begann damit meine Schallplattensammlung auf die einzelnen Schrankfächer zu verteilen.

     

     

    Beim Einsortieren entdeckte ich noch die ein oder andere Rarität.

    Schallplatten
    Schallplatten

     

    Ich nahm mir die Zeit, meinen Schallplattenspieler zu starten und die guten Stücke der Reihe nach aufzulegen. Klänge von den Rolling Stones, den Beatles und anderen namhaften Musikern waren aus den Lautsprechern zu hören. Ich lehnte mich zurück und lauschte den Tönen.

    Schallplatten-Spieler
    Schallplatten-Spieler

    Diese Phase der Entspannung hatte ich mir nach all der harten Arbeit redlich verdient.

     

    Weihnachtsbaum

    Weihnachten wird bei uns jedes Jahr traditionell gefeiert. In Familie. Mit Plätzchen und Geschenken. Und natürlich mit Weihnachtsbaum! Er darf als wichtigstes Element auf keinen Fall fehlen. Und damit es uns nicht ergeht wie Frank Schöbel in seinem Weihnachtslied „Alle Jahre wieder“ und wir die liebevoll gepackten Geschenke unter eine „Witzfigur“ legen müssen, machen sich mein Vater und ich frühzeitig auf den Weg, UNSEREN BAUM zu besorgen.

    Ein Glück, dass mein Vater Förster ist und den Wald wie seine Westentasche kennt. So ist uns jedes Jahr ein Prachtexemplar sicher.

    Auch in diesem Jahr wollten mein Vater und ich unseren Baum gemeinsam nach Hause holen. Wir hatten uns für das 2. Adventswochenende verabredet. In winterlicher Montur gekleidet, um der Kälte zu trotzen, machte ich mich zu ihm auf den Weg. Dabei kreisten meine Gedanken bereits um den Baum. „Was wird es wohl in diesem Jahr werden?“, fragte ich mich. „Eine einfache Fichte?“ „Eher nicht. Die nadelt doch immer so!“ „Doch lieber eine Blaufichte? Die ist etwas robuster und hält auch der Heizungswärme stand.“ „Eine Tanne, wie sie bei jeder Familie steht?“ „Oh wie gewöhnlich!“ „Ich wünschte mir eine Kiefer. Am besten eine Schwarzkiefer. Mit mindestens 3 Astgabeln. Wir brauchen ja auch Platz für den selbstgebastelten Weihnachtsschmuck aus Naturmaterialien!“ Noch ganz in Gedanken versunken, erreichte ich meinen Dad. Wir begrüßten uns freundlich und starteten in Richtung Wald. Aufgeregt wie ein kleines Kind (ja, Weihnachten lässt jeden von uns wieder zum Kind werden) sprang ich in den Pick up und fragte, wohin die Fahrt geht. Als hätte mein Vater meine Gedanken gelesen, sagt er: „In Richtung Kiefernwäldchen.“ 🙂 Meine Freude war groß. Ging doch bereits der erste Weihnachtswunsch in Erfüllung. Und das, obwohl noch gar nicht Heilig Abend war.

    Mit Axt und Säge bewaffnet, streiften wir durch den Wald.

    Winterwald
    Winterwald

    Schließlich wollten wir beide nicht nur irgendeinen Weihnachtsbaum. Nein, es musste der Perfekte sein. Und dafür braucht es seine Zeit.

    Während wir Meter für Meter voranschritten, raschelte es auf einmal und wir hörten ein Knacken. „Ein Reh!?“ sahen wir uns beide gegenseitig fragend an. Wir gingen darauf zu. Auf der Lichtung entdeckten wir einen Kollegen von meinem Dad. Er war dabei gefällte Baumstämme mit einem Pickup Kran auf die Ladefläche seines Transporters zu verladen. Gespannt schauten wir zu und kamen mit ihm etwas ins Gespräch. Das Holz wollte er als Brennholz für seinen Kamin benutzen. Der Pickup Kran war dabei eine wahre Arbeitserleichterung. Alleine hätte er die Stämme niemals auf das Fahrzeug heben können. Auf einmal entdeckte ich ein merkwürdig aussehendes Werkzeug. „Was ist denn das“, fragte ich. „Wozu benötigen Sie das?“. Ruhig und besonnen erklärte er mir, dass es sich um einen Fällheber handelt. Er wird dazu verwendet, dass der Baum beim Fällen in die dafür vorgesehene Richtung kippt. „Oh!“, staunte ich. „Dürfen wir uns den mal ausborgen?“ Ich zog meinem Vater am Ärmel. „Ich habe da hinten einen Baum gesehen. Ein etwas größeres Exemplar. Dafür könnte der Fällheber sicherlich nützlich sein und uns die Arbeit erleichtern.“ Als könnte mir mein alter Herr jemals einen Wunsch abschlagen. „Na gut. Dieses Jahr fällen wir unseren Weihnachtsbaum ganz professionell mit einem Fällheber.“ Wir stapften los. Das Beladen das Transporters mit dem Pickup Kran würde sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Diese sollte für uns ausreichen, um unseren Baum zu fällen und den Fällheber rechtzeitig zurückzubringen. Beim Baum angekommen, zeigte mir mein Vater, wie ich den Fällheber anzusetzen habe. Ein paar Schläge mit der Axt und wir konnten die erwählte Kiefer in Sack und Tüten packen. Naja, ganz so einfach war es am Ende doch nicht. Es war ja ein größeres Exemplar. Aus den 3 Astgabeln waren 5 geworden und die Zweige der Schwarzkiefer waren dick mit Nadeln besät. Wir baten Vaters Kollegen um Hilfe und er war so freundlich, unseren Baum mit seinem Pickupkran zusätzlich zu seinem Brennholz aufzuladen und uns nach Hause zu fahren. „Liegt ja auf dem Weg!“, lächelte er freundlich. Zum Dank würde er eine Dose von meinen selbstgebackenen Plätzchen erhalten.

    Pickup mit Weihnachtsbaum
    Pickup mit Weihnachtsbaum

    Weihnachten konnte kommen. Ich freute mich riesig auf das bevorstehende Fest und meine Augen strahlten. Das entging auch meinem Vater nicht. „Wirst du uns auch in diesem Jahr wieder mit einer musikalischen Einlage erfreuen?“ „Aber natürlich! Ich habe schon fleißig mit der Gitarre geprobt. Mehr wird aber noch nicht verraten! Sonst ist es ja keine Überraschung mehr!“, neckte ich. „Lass uns lieber überlegen, wie wir in diesem Jahr den Baum schmücken!“, forderte ich meinen Vater auf. Wir entschieden uns für Zimtstangen und Orangen mit Nelken gespickt, für den weihnachtlichen Duft. Dekorierte Tannenzapfen sollten ebenfalls nicht fehlen. Nur bei der Beleuchtung konnten wir uns nicht einigen. Echte Kerzen oder die elektrische Baumbeleuchtung aus dem Baumarkt standen zur Debatte. Die Kerzen waren mir lieber. Sie machten das Fest behaglicher und verbreiteten eine wohlige Atmosphäre. Trotz der Brandgefahr, die das Familienoberhaupt mahnend erwähnte, blieben sie mein Favorit. Um einem Streit aus dem Weg zu gehen, wechselte mein Vater das Thema: „Wo wir einmal unter uns sind. Was schenken wir deiner Schwester zu Weihnachten?“ Das war eine gute Frage und ich hatte bisher noch nicht darüber nachgedacht. „Ich habe vor kurzem eine Annonce für ein sehr schönes Wellnesshotel entdeckt.“ „Klingt super! Etwas Erholung würde ihr sicher gut tun.“ Es war beschlossene Sache und gleich am nächsten Tag buchte ich ein verlängertes Wochenende.

    Hoffentlich würde es auch mit all den anderen Weihnachtsvorbereitungen so entspannt weitergehen. Da bis Weihnachten noch einige Tage verstreichen, ist bis dahin dann sicherlich auch das Thema Beleuchtung geklärt 😉

     

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    Kochabend

    An diesem Wochenende wollten meine Freunde und ich mal nicht um die Häuser und durch die Clubs ziehen. „Auf Dauer ist das immer das Gleiche“, jammerte Jan. Also entschieden wir uns alle dafür, gemeinsam Pasta zu kochen. „Die Küche in Nicoles Wohnung ist die Größte.“ Somit stand fest, wo das gemeinschaftliche abendliche Dinner stattfinden sollte.

    Ich steuerte das Nudelrezept bei:

    Omas hausgemachte Eiernudeln

    Selbstgemachte Pasta
    Selbstgemachte Pasta

    Zutaten für 4 Personen:

    • 350g Mehl*
    • 3 Eier
    • Wasser
    • Salz

    Zubereitung:

    Mehl, Eier und Salz in eine Schüssel geben und vermengen. Wenn der Teig zu trocken ist, noch etwas Wasser hinzugeben. Ist er zu weich und klebrig, dann hilft noch ein wenig Mehl. Nun heißt es: Kneten, kneten, kneten. Solange bis ein glatter und fester Teig entstanden ist, der nicht mehr an den Händen kleben bleibt. Den Teig mit Folie abdecken und eine halbe Stunde ruhen lassen. Anschließend leicht mit Mehl bestäuben und ausrollen. Die Nudeln in die gewünschte Form schneiden. Nach dem Schneiden müssen die Nudeln noch etwa 30 Minuten trocknen. In dieser Zeit sollte man Sie mehrfach wenden und nochmals mit Mehl bestäuben. Anschließend gibt man sie für 3-4 Minuten in kochendes Salzwasser bis sie „al dente“ und noch bissfest sind. Die Nudeln in einem Sieb gut abtropfen lassen. Sie können je nach belieben mit Pesto, Tomatens0ße oder Bolognese serviert werden. Parmesan nicht vergessen! BON APPETIT!

    *Übrigens: Wenn man anstelle von Weizenmehl, ein Roggen- oder Vollkornmehl verwendet, sind die Nudeln nochmal um einiges gesünder und mindestens genauso schmackhaft.

     

    Die anderen kümmerten sich um Anti-Pasti, Basilikum, Tomaten, Pinienkerne und frisches Olivenöl. Auch ein guter italienischer Rotwein durfte nicht fehlen. Schließlich gehört sich das ja so für einen ITALIENISCHEN ABEND.

    Tomaten und Basilikum
    Tomaten und Basilikum

    Rachel kam mit einer kleinen Wundermaschine. Ich hatte zuvor nicht bedacht, wie aufwendig das Schneiden per Hand werden würde, und auch nicht, wie viel Zeit das in Anspruch nimmt. Aber wofür hat man Rachel! Als Sie mit der Pastamaschine unter dem Arm Nicoles Küche betrat, fiel uns ein Stein vom Herzen. Doch keine Handarbeit! Wir konnten mit der Pastamaschine den Teig dünn auswalzen und in die entsprechende Nudelform schneiden. So waren wir ruckzuck mit den Vorbereitungen fertig.

    Die 30 Minuten Wartezeit zum Trocknen der Nudeln nutzen wir sinnvoll. Stolz auf unsere Arbeit erhoben wir unsere Rotweingläser und prosteten uns zu. Währenddessen genossen wir bereits die ersten Anti-Pasti. Ich liebe ja das Grillgemüse mit in Ölivenöl eingetauchtem Baguette. Davon kann ich nie genug bekommen. Ein bisschen Platz musste ich aber dennoch in meinem Bauch für Hauptgericht und Dessert frei lassen.

    Langsam aber sicher lief uns allen das Wasser im Munde zusammen. Die Soße brodelte im Topf auf dem Herd. Auch die Nudeln kochten im Salzwasser vor sich hin. Der Tisch war bereits gedeckt. Es handelte sich nur noch um Minuten, bis wir das Leibgericht unserer südlichen Nachbarn genießen durften.

    Bei einem weiteren Glas Rotwein aßen wir das von uns eigens zubereitete Gericht. Wir schlemmten wie Gott in Frankreich. Oh nein, wohl eher wie Gott in Rom und fühlten uns dabei selbst ein wenig südländisch.

    Michael hatte zum Nachtisch eine Panna cotta mit Himbeersoße vorbereitet. Alle, die von den Nudeln noch nicht gesättigt waren, griffen auch hier zu und leckten sich die Finger.

    Mit unseren dick vollgefressenen Bäuchen fielen wir alle gemeinsam auf die Couch von Nicole. Dabei beschlossen wir einstimmig: „Nächste Woche geht es wieder Tanzen! Die Kalorien wollen verbrannt werden.“

    Für den heutigen Abend konnten wir uns jedoch zu keinen großartigen Bewegungen mehr hinreißen. So gemütlich wie wir alle auf der Couch saßen, ließen wir die Küche als Schlachtfeld zurück und den Abwasch Abwasch sein. Ich holte stattdessen lieber meine Gitarre hervor und stimmte „Se bastasse una canzone“ von Eros Ramazzotti an. Das Lied hatte ich speziell für diesen Abend einstudiert.

    Ich kam nicht ganz an das Original heran, aber das machte nichts. Die anderen grölten lauthals mit. Wir lagen uns in den Armen und wollten, dass der Abend nie vergeht.

     

    Neue Arbeitszeiten

    Oh Mann! Dieser Schlag hat mich hart getroffen. Ich bin eigentlich ein Morgenmuffel und nun das: „Frau Gärtner, ab diesen Monat beginnt Ihre Arbeitszeit bereits um 6.30 Uhr.“ Puff! Mitten ins Gesicht. Anweisung vom Chef.

    Wecker
    Wecker

    Es gibt jetzt jeden Morgen eine Vorbesprechung für den Tag bevor das Tagesgeschäft startet. Aber 6.30 Uhr! Oh Mann! Das bedeutet für mich noch früher aufzustehen. Und das, wo ich doch so gern liegenbleibe. Mich noch einmal in die Decke kuschele. Die wichtigste Funktion an meinem Wecker: Snooze. Aber bei 6.30 Uhr ist keine Zeit mehr zum Snoozen. Das heißt aufstehen auf den letzten Drücker und Stress am Morgen.

    Wie kann ich mich da bloß motivieren und mein Zeitmanagement noch etwas verbessern? Wo lässt sich in meinen morgentlichen Abläufen noch ein wenig Zeit einsparen? Zeit die ich nutzen kann, um noch etwas länger zu schlafen.

    Na klar! Ein hoch auf die technischen Entwicklungen. Kaffeemaschinen starten neuerdings von selbst und kochen den Kaffee im Schlaf. So ein Gerät brauche ich auch. Frühmorgens aufstehen und der Kaffee ist fertig.

    Also bin ich gleich bei Amazon auf die Suche gegangen. Nach dem Studieren einiger Kundenbewertungen und einem ausgiebigen Preis-Leistungsvergleich, hatte ich mein Modell gefunden. Ich habe mir eine Kaffeemaschine mit Timer gekauft. Glücklicherweise hatte ich noch einen Geschenkgutschein vom Geburtstag. Den habe ich an dieser Stelle gut investiert. Ich habe Prime. Aus meiner Sicht unbezahlbar. Und schwups! Am nächsten Tag stand sie vor mir: meine neue Kaffeemaschine. Der heilige Gral meiner Küche.

    Voller Vorfreude packte ich meinen persönlichen Helfer für den Morgen aus. Ich konnte förmlich schon den Geruch von frischem Kaffee wahrnehmen. Der Aufbau war kinderleicht. Nach 2-3 Reinigungsdurchläufen und dem Befüllen mit Kaffee und Wasser war die Maschine startklar. Da ich kein Risiko eingehen wollte, machte ich einen Testlauf. Ich studierte die im schlechten Deutsch verfasste Bedienungsanleitung. Drückte ein Knöpfchen hier und ein Knöpfchen da. Es erschien eine Zeitanzeige. Nun nur noch das Knöpfchen mit der Kaffeetasse drücken und gespannt abwarten was passiert. Es tat sich erst einmal nichts. Ich musste die vorprogrammierte Zeit abwarten. Und dann. Nach 10 Minuten. Endlich! Das Gerät begann zu rauschen. Das Wasser kochte und der Kaffee füllte Tropfen für Tropfen die Kanne. Es roch fantastisch. Meine Augen strahlten. Ich hatte eine gute Investition getätigt, um mir meinen morgendlichen Alltag zu erleichtern.

    Nach dem Abendessen legte ich die Uhrzeit fest, zu der ich am nächsten Morgen meinen Kaffee trinken wollte. Entspannt fiel ich nach einem Film aus dem Abendprogramm in mein Bett. Der darauffolgende Tag konnte kommen.

     

    Kaffeetasse und Wecker
    Kaffeetasse und Wecker

     

    Zum Aufstehen wurde ich nicht von meinem Wecker,

    sondern von dem Duft aus der Küche von frisch gebrühtem Kaffee geweckt.

     

     

     

     

    Ich sprang aus dem Bett. Okay, das ist wohl eher eine Illusion. Ich setze ein Bein nach dem anderen auf die Bettkante und erhob mich langsam aus den Federn. Noch im Schlafanzug und Pantoffeln schlurfte ich mit verschlafenen Augen Richtung Kaffee. Nur er konnte mich dazu befähigen munter und fit in den Tag zu starten.

    „Du bist nicht du ohne Kaffee„, dachte ich und holte dabei meine Lieblingskaffeetasse aus dem Schrank. Sie hatte die Aufschrift: „Ohne Kaffee läuft hier nichts!“ Ja, auch die richtige Tasse ist wichtig. Denn Kaffee erreicht stellen, da kommt Motivation niemals hin.

    Mein Herz schlaegt Kaffee
    Mein Herz schlägt Kaffee

    Bereits nach 2 Tagen ist es nun zu meinem täglichen Ritual geworden: Abends die Kaffeemaschine für den nächsten Tag vorbereiten. Die Zeit einstellen. Schlafen. Aufwachen. Zur Kaffeemaschine pendeln. Die Kaffeetasse aus dem Schrank nehmen. Diese mit frisch gebrühtem heißen Kaffee befüllen. Einen Blick in die Tasse werfen. Genießen. Und gemütlichen ohne Stress in den Tag starten. Herz was willst du mehr! Und meinem Chef begegne ich freundlich mit einem Lächeln auf den Lippen. Wer hätte das gedacht, dass aus mir nochmal ein Morgenmensch wird! 6.30 Uhr – fuck off!

     

    Gitarrentreff

    Vor einer Wocher erhielt ich die Chance an einem Gitarrentreff teilzunehmen. Wie Ihr bereits wisst, liebe Leser meines Blogs, ist das Gitarre spielen meine Leidenschaft. Alles begann mit ein paar selbstbeigebrachten Griffen auf der Akustikgitarre. Durch meinen täglichen Fleiß und viele Stunden mühsamen Übens spiele ich mittlerweile auch bekannte Rock- und Popsongs. Ich kann mich also auf so einem Event sehen lassen, ohne mich schämen zu müssen.

    Natürlich war ich bereits Wochen vor dem Reisantritt mega aufgeregt. Welche Menschen würde ich kennenlernen? Was für Musik würden wir gemeinsam zu Stande bringen? Und welche Kunstgriffe an der Gitarre würde ich wohl noch erlernen?

    Als ich zum Reiseantritt ins Auto stieg schlug mein Herz. Es ist immer ein merkwürdiges Gefühl im Bauch, wenn mann auf andere Menschen trifft. Besonders wenn du sie selbst noch nicht kennst. „Würden wir uns verstehen?“, ratterte es in meinem Kopf. Um mich während der zweistündigen Fahrt abzulenken, ging ich noch einmal alle Akkorde durch:

    Gitarre Akkorde
    Gitarre Akkorde

    C-Dur, D-Dur, G-Dur, F-Dur, B-Dur, … Ich war so vertieft in Gedanken, dass ich gar nicht bemerkte, wie gut ich vorankam. Ich erreichte pünktlich den Treffpunkt. Der Veranstalter hatte  einen Saal in einer Jugendherberge gemietet. Auch die ersten Mit-Gitarristen standen bereits vor der Tür. Ich wurde freundlich in der Runde aufgenommen und über mein Können befragt. Natürlich wollte die Meute auch einen musikalischen Beweis. „Erzählen kannst du uns doch viel, wenn der Tag lang ist“, dröhnte es aus der Menge. „Na wartet!“, dachte ich mir. Ich schnappte mir meine Gitarrentasche und noch eh mein Gepäck verstaut und das Zimmer für die Nacht bezogen war, erklangen die ersten Töne. Da hielten die anderen nicht lange still und stimmten sofort mit ein. Ein guter und gelungener Start. Jetzt wusste ich, dass ein unvergessliches Abenteuer beginnt.

    Nach dem Abendessen trafen wir uns alle im Gemeinschaftsraum. Wir wollten dort weitermachen, wo wir kurz zuvor von der Leiterin des Gitarrentreffs unterbrochen wurden. Sie begrüßte uns noch einmal alle freundlich und gab uns einen kurzen Überblick darüber, was uns an diesem Wochenende erwartete. Den Programmablauf hatte Sie mit einem Tageslichtprojektor an die Wand geworfen. So konnte ihn jeder sehen und war im Bilde. Allen von uns zappelten bereits die Finger und wir wollten einfach nur loslegen. Der ein oder andere klopfte nervös auf den Gitarrenkörper. Die dumpfen Schlägen waren für die Organisatorin ein Zeichen und so legte Sie den Text + Akkorde für den ersten gemeinsamen Song auf. Der Tageslichtprojektor warf ihn an die Wand. Es war „Knocking on heavens door“. Hier beherrschte ich nicht nur die Griffe, sondern auch den Text. Einer meiner absoluten Lieblingssongs. Auch den anderen gefiel die Auswahl.

    Wir spielten Lied für Lied. Und auch wenn es einmal holperte, unterstützten wir uns gegenseitig. So kam jeder ungehindert mit. Wir alle hatten unseren Spaß. Dabei merkten wir gar nicht, wie der Tageslichtprojektor heiß lief. Hatten wir wirklich schon so lange gespielt? Es war bereits düstere Nacht. Also hieß es für uns schlafen gehen. Den nächsten Morgen konnte ich kaum erwarten.

    Gestärkt von einem ausgiebigen Frühstück trafen wir uns alle wie vereinbart zur zweiten Jam-Session. Wir wussten ja alle bereits, was jeder von uns so drauf hatte. Mein heutiger Favorit war „What’s up“ von den 4 Non Blondes. Als der Text vom Tageslichtprojektor an die Wand geworfen wurde, sprang mein Herz vor Freude.

    Neben der Musik und tollen neuen Songs lernte ich auch Anna und Marcel kennen. Mit den beiden hing ich auch während der Pausen ab. Außerdem konnte ich mir von Marcel noch einige wertvolle Tipps holen. Er spielte schon längere Zeit in einer Band und hatte mehr Erfahrung vorzuweisen.

    Glücklich und zufrieden fiel ich auch an diesem Abend ins Bett.

    Am nächsten Tag sollte dann auch schon wieder alles vorbei sein. Warum zieht die Zeit nur so schnell vorüber, wenn man glücklich ist. Wie sagte schon Goethes Faust? „Augenblick. Verweile doch! Du bist so schön!“.

    Anna, Marcel und ich tauschten noch unsere Handynummern. Wir wollten auch zukünftig in Kontakt bleiben und es sollte nicht unser letztes Gitarrentreffen gewesen sein.

    Ich trat nach der Verabschiedung wehmütig meine Heimreise an. Diese Veranstaltung würde mir in guter Erinnerung bleiben. Ich nahm mir fest vor, den Gitarrentreff auch meinen Freunden zu empfehlen.

    Sicher daheim angekommen, stürmte ich sofort zu meinem Dad. Ich erzählte ihm sofort von all den beeindruckenden Erlebnissen.

    Gitarre in der Natur
    Gitarre in der Natur